Sechs bis zehn Mal im Jahr bin ich für HollisBest auf Messen unterwegs. Mal in Frankfurt, mal in Hamburg, mal im Ausland — stets auf der Suche nach dem, was demnächst in der Alleestraße 22 in Halle (Westf.) landet. Am vergangenen Wochenende war es die Nordstil in Hamburg. Und weil die Eindrücke gerade so frisch sind, nehme ich diese Messe als Beispiel, um Ihnen zu zeigen, wie so ein Messetag bei mir eigentlich abläuft. Was ich dort alles fürs Lädchen geordert habe, verrate ich Ihnen noch nicht — naja, fast! Ein bißchen Vorfreude möchte ich gern mit Ihnen teilen.
Warum meine Messetage ausgerechnet Sonntage sind
Das liegt schlicht an meinem Doppelleben. Freitags und Samstags stehe ich im Lädchen. Montags bin ich wieder in meinem Hauptjob. Für die Messe bleibt eigentlich nur der Sonntag dazwischen. Kein Ruhetag also, sondern ein Arbeitstag vor anderer Kulisse. Und trotzdem einer, auf den ich mich jedes Mal freue — auch wenn er mich am Ende komplett auslaugt. Dazu gleich mehr.
Vorbereitung auf eine Messe: Die Arbeit beginnt schon deutlich vorher
Bevor ich überhaupt losfahre, beginnt eine Messe am Schreibtisch: Zettel vor der Nase, Kugelschreiber zwischen den Zähnen, Hallenplan auf dem Bildschirm, Lädchen & Lager im Kopf. Welche meiner Stammmarken sind vor Ort? Wo brauche ich dringend Nachschub? Welcher Bereich hat gerade Luft für Neues — die Kinderecke, die Regale für Schreibwaren und Papeterie, Geschenkverpackungen, brauche ich neue Deko- oder Lifestyleprodukte (Vasen – mein persönlicher Endgegner), Trauerprodukte, Kerzen oder oder oder? Wo reicht mir die aktuelle Warensituation, an welchen Stellen möchte ich Anteile am Gesamtsortiment verändern? Sind Marken da, die ich bereits auf meiner „Könnte-Passen“ Liste habe, weil ich sie an anderer Stelle bereits entdeckt hatte?
Denn eins ist klar: Auch wenn ich im Lädchen regelmäßig Ballons mit Luft oder Gas fülle — meinen Laden selbst kann ich platzmäßig nicht aufblasen. Also überlege ich sehr genau, wo eine Nachbestellung reicht und wo wirklich Platz für Neues ist. Und das Wichtigste: Die Wochen vor der Messe im Lädchen: Ich beobachte meine Kund:innen, höre zu, frage nach, scanne Social Media — was wird gewünscht, was eher nicht. Und natürlich das Budget, aufgeteilt auf mehrere Bereiche. Ich fahre ja nicht nur zu einer Messe im Jahr. Raus kommt ein mehr oder weniger guter Plan, den ich – wenns gut läuft – auch mit zur Messe nehmen. Neuerdings als Foto, man hörte nämlich davon, dass Frau HollisBest die PApiervariante gern auch mal zu Hause vergisst. Tadaaaaa. Und au´ßerdem: Sklavisch halte ich mich nicht an meine Vorbereitung. Schließlich muss ich reagieren können, wenn ich etwas wirklich Gutes finde. Dann geht mir die Budgetdisziplin an anderer Stelle eben ein bisschen flöten. No risk, no fun.
Auf der Nordstil in Hamburg: Kopfüber ins Wellenbad der Eindrücke
Ein Messetag in Hamburg beginnt für mich und (häufig) den HollisBesten ziemlich früh: Wecker um halb sechs, im Auto um halb sieben (bewaffnet mit einem großen Becher Kaffee, geschmierten Brötchen und einem Hörbuch). Wenn wir in Halle passend vom Hof kommen, stehen wir etwa zweieinhalb Stunden später am Einlass der Messe.
Vermutlich gibt es so viele Strategien wie Besucher, wenn es darum geht, wie die Messe durchge“arbeitet“ wird. Ich hab mein Vorgehen für meinen Kopf optimiert – aber natürlich ist richtig, wie jeder es macht. Ich/ wir jedenfalls drehen immer eine erste Runde durch meine „wichtigste“ Halle — solange noch alles ruhig ist. Meist stehen die Aussteller da noch mit Kaffee in der Hand und haben Zeit – später haben sie deutlich mehr zu tun. Die frühe Holli macht hier schon die ein oder andere Order ;o). Ach so: Messe wie die Nordstil besteht aus mehreren Hallen. Manche sind für mich Pflicht, andere eher nice to have. Das braucht in der Regel so zwei Stunden. Dann mache ich meist die Foodhalle(n): Dort wird Dir an jeder Ecke etwas zum Probieren angeboten, oft auch Alkoholisch — puh, das ist morgens um neun einfach noch nicht meins und auch später sage ich sehr oft No, denn für mich geht Fokusblick nicht mehr, wenn ich einen im Tee hab.
Tja, und dann gehts an die übrigen Hallen: Hier gilt es die Antennen gut aufzustellen, denn oft finde ich hier zwischen ganz vielen Anbietern, die mich nicht so interessieren, die eine oder zwei Perlen. Wenn ich da nicht gut hinschaue oder schon gesättigt bin von zu vielen Eindrücken, dann geht der Blick schnell mal über spannende Dinge hinweg.
Super gern hätte ich einfach mal zwei oder gar drei Tage Zeit für so eine Messe, denn die geführten Touren, die es auch gibt, würden mich sehr interessieren. Aber das eine will man, das andere muss man – bei mir ist es nun halt mal so.
Warum mich Messen überfordern – und ich trotzdem jedes Jahr gerne wiederkomme
Ich sage das offen, weil es zu mir gehört: Ich bin neurodivergent. Der ganze Trubel haut mich wirklich um. Die schiere Menge an Eindrücken, vor allem die vielen Gerüche an so einem Messetag — das ist für mich keine Kleinigkeit. Darum bevorzuge ich die kleinen Messen. Bei den großen wäre ich total überfordert.
In den letzten zehn Jahren habe ich aber gelernt, damit umzugehen. Ich baue mir kleine Inseln in den Tag ein. Ich gehe gezielt zu vertrauten Lieblingshandelspartnern, bei denen ich kurz „loslassen“ kann, viele Dinge und Strukturen, zum Teil auch Aufbauten bereits kenne und darum ausblenden kann. Dort konzentriere ich mich auf eine Person, auf Neuheiten — und bestelle meist auch direkt. Nach etwa fünf Stunden ist mein Kopf dann spätestens so voll, dass wir eine Pause machen. Der HollisBeste und ich reflektieren gemeinsam, was wir gesehen haben, wo mein Bauchgefühl mir Hinweise gibt, wie das zu meinen Vorbereitungen passt. Und dann gehen wir die zweite Runde – ganz gezielt zu den Anbietern, bei denen ich direkt bestellen möchte.
Ganz ehrlich: Ich schaffe selten alles. Diesmal zum Beispiel ging es mir gesundheitlich nicht gut. Also mussten wir früher abbrechen als geplant. Darum sind einige Kontakte auf meinen Zettel für die Messenachbereitung gewandertm wir sind also ungewöhnlich früh zurück Richtung Halle (Westf.)aufgebrochen. Wenn der Verkehr dann mitspielt, sind wir üblicherweise gegen halb acht wieder zu Hause. Platt, voller Eindrücke, gut gelaunt oder auch mal genervt — je nachdem, wie viele schöne Dinge sich gefunden haben. Und vor allem mental voll gepumpt mit Eindrücken, die in den kommenden Tagen erstmal sortiert werden wollen. Das fühlt sich ein bißchen an wie Jetlag. Aber das Wichtigste bleibt: Ich liebe diese Tage trotzdem. Die Menschen und die Geschichten hinter den Produkten, die bekommt man nur im direkten Kontakt. Und der erste Eindruck, den hole ich mir meistens genau hier — so wie in diesem Jahr, an einigen Ständen, an denen ich deutlich länger stehen geblieben bin, als ich eigentlich vorhatte.
Eine meiner neuen Entdeckungen: Mundr Design aus Dänemark
Eigentlich spoilere ich ja nicht gern – es dauert einfach noch zu lange, bis die Neuheiten bei mir im Laden ankommen. Aber eine Neuentdeckung möchte ich heute schon anteasern, weil ich mich sooooo freue: Neu bei HollisBest einziehen werden die wundervollen kleinen Produkte von Mundr Design. Ein dänisches Designstudio aus Birkerød bei Kopenhagen, 2022 gegründet von den Schwestern Mette und Rikke. Die beiden waren selber am Stand und haben mir ihre Kollektion erklärt — mit so viel Herzblut und Liebe zu ihren detailverliebten Produkten, dass ich direkt wusste: Die will ich bei mir im Lädchen haben.

Mundr Design steht für nachhaltiges Interieur und Schmuck, gefertigt im 3D-Druck aus recycelten Biokunststoffen. Strenge, geometrische Formen treffen auf verspielte Details. So entstehen kleine, modulare Designobjekte aus eigenen Entwürfen – und in der eigenen Produktion recyceln die beiden Schwestern 90 Prozent ihrer überschüssigen Produktionsabfälle. Genau die Art von Idee, die mich begeistert — durchdacht, entzückend anzusehen und mit einer guten Geschichte dahinter.
Zwei kleine Stücke durfte ich schon mitnehmen, und die stehen ab sofort bei mir im Lädchen: Ein kleiner Anhänger in Form eines Elchs, und eine winzige Szene aus Pinguin, Fisch und Präsent — Miniaturen, verspielt und zugleich skandinavisch klar in Farbe und Form. Beides können Sie sich bei mir anschauen und in die Hand nehmen.

Und weil der Rest meiner Bestellung, vor allem die Winter- und Weihnachtsaus-wahl noch Geduld fordert, habe ich mir etwas überlegt: Ab sofort können Sie bei mir im Lädchen Lose für die beiden Produkte von Mundr Design erwerben. Die Lose wandern ins Lostöpfchen und werden beim HollisBesten Hinterhofmarkt am 26.09.2026 (jaaaaa, dieses Jahr gibt es wieder einen!!! Infos folgen) verlost. Also: Kommen Sie vorbei, schauen Sie sich Elch und Pinguin-Szene an — und vielleicht haben Sie ja Losglück.
Und wie gehts jetzt weiter: Die Nordstil-Bestellungen auf dem Weg nach Halle (Westf.)
Der Rest meiner Nordstil-Bestellungen — Mundr Design und noch einiges mehr — steht jetzt auf den Bestelllisten meiner Anbieter. Der Versand dauert in der Regel einige Wochen, bei Weihnachtsware sogar Monate. Das heißt: Die Überraschung beim Paketeauspacken erlebe ich dann selbst noch einmal, ganz von vorn.
Aber soviel verrate ich schon mal: Es war ein richtig guter Sonntag auf der Nordstil im Hamburg. Und bis zur nächsten Messe im Kalender ist es ohnehin nicht mehr lang – der Sommer bietet weitere Möglichkeiten, Neuheiten fürs Lädchen zu sichern. Da kommt sicher noch Einiges auf uns zu. Bis dahin kommen Sie doch gern selber im Lädchen vorbei, und wenn es nur ist, um Elch und Pinguin auf dem Eichentisch gute Nacht zu sagen. Ach ne, das waren Hase und Igel … ach egal. Schauen Sie gern rein, bei HollisBest ist es schön & lecker!