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Nicole

HollisBestes Sommer-Schaufenster – diesmal mit Leuchtturm

Manchmal ist der schönste Teil einer Geschichte gar nicht das Ergebnis, sondern der Weg dahin — und dieser Weg war diesmal ziemlich zäh, um genau zu sein: klebrig. Aber der Reihe nach.

Zu meinem Geburtstag wünsche ich mir bei meinem Papa inzwischen traditionell kein Geschenk zum Auspacken, sondern eines zum Hinstellen: ein Deko-Objekt fürs Schaufenster. Erst war es ein Baum, dann ein VW-Bulli — und in diesem Jahr sollte es ein Leuchtturm werden.

Royalblau-weiß geringelt, stolze 1,60 Meter hoch, ganz von Hand gebaut. Seit dem vergangenen Wochenende steht er nun bei mir im Fenster, und ich freue mich, ehrlich gesagt, wie Bolle darüber ;o) Danke, Papa. Sie ahnen es vielleicht schon: Bei uns baut immer noch der erste Holli für die HollisBest-Deko — liebevoller geht es kaum. Man muss dazu vielleicht wissen: Mein Papa war Fussballer und hier in der Region unter Holli bekannt. Ganz eventuell ist damit klar, warum ich HollisBest bin UND meinen Laden auch so genannt habe ;o).

Fertig gebauter Leuchtturm im Keller meiner Eltern

Vor Schön ist bekanntlich Fleiß, und diesmal war es besonders viel davon. Zur Eröffnung von HollisBest vor neun Jahren haben wir im unteren Teil des Schaufensters einen Sichtschutzstreifen aufgebracht — eine Art Milchglasfolie. Der Grund dafür war denkbar unglamourös: Dahinter versteckte sich eine uralte Heizung, die niemand sehen sollte, und so blieb der Streifen, wo er war. Neun Jahre lang.

Im Mai durfte diese Heizung endlich gehen. Damit ist der komplette untere Bereich des Schaufensters frei geworden, und ich kann seither zum ersten Mal bodentief dekorieren — genau das, wovon ich neun Jahre geträumt habe.

Der Sichtschutzstreifen selbst wusste davon allerdings nichts. Er hatte sich über Sommersonne, Herbststürme und winterliche Minusgrade hinweg offenbar dauerhaft eingerichtet und dachte gar nicht daran, freiwillig zu gehen. Ich habe es mit allem versucht, was der Haushalt so hergibt — Sprühwunder, Wärme, Geduld —, und nichts, wirklich gar nichts hat geholfen. Manche Dinge lassen sich eben nicht mit Technik lösen, sondern nur mit Beharrlichkeit — was, wenn ich es mir recht überlege, auch ein ziemlich gutes Motto für neun Jahre Ladenführung wäre.

Hand knibbelt einen Kleber von der Schaufensterscheibe

Am Ende blieb nur der Ceranfeldschaber, Millimeter für Millimeter, Klinge für Klinge. Der ein oder andere von Ihnen hat mich vielleicht in der letzten Zeit vor dem Fenster sitzen sehen … nun ja, und wird mich auch noch weiter sehen. Stand heute – also während ich diesen Text schreibe – habe ich einen blutenden Fingerknöchel, zwei abgebrochene Fingernägel – AAAABER drei Viertel des sch….önen Streifens sind inzwischen ab, der Rest folgt in den nächsten Tagen.

Zwischen all dem Kratzen und Schaben stand er die ganze Zeit einfach da, mein Leuchtturm, und hat gestrahlt, als wüsste er längst, dass er das eigentlich schönste Teil dieser Geschichte ist. Und das ist er auch. Wenn Sie in der Alleestraße unterwegs sind — freitags von 9.30 bis 18.30 Uhr oder samstags von 9.30 bis 14.30 Uhr, wenn bei mir die Markise rausfährt — dann schauen Sie gern vorbei. Der Leuchtturm weist Ihnen jetzt schon von Weitem den Weg.

Da wo Holli draufsteht, muss BEST drin sein — auch beim Schaufenster. Und manchmal steckt hinter dem Best eben auch viel Fleiß, Familie und ein störrischer Aufkleber.

Ihre Holli